Wichtige Physikalisch-Technische Grundlagen für die Elektro-Epilation
Diese Informationsreihe wendet sich an Personen, die die Elektro-Epilation durchführen. Sie liefert Hintergrundinformationen, die in diesem Umfeld wichtig sind.
Die Reihe unterteilt sich dazu in drei Kapitel mit folgenden Schwerpunkten:
Teil 1 Der elektrische Strom - Einführung
1.1 Grundsätzliche Eigenschaften
1.2 Gleichstrom
1.3 Wechselstrom
Teil 2 Anwendungsmöglichkeit in der Haarentfernung mit der Sonde
2.1 Die Elektrolyse
2.2 Durch chemische Einflüsse (Elektrolyse)
2.3 Durch Wärmeeinflüsse (Thermolyse)
2.4 Durch eine Kombinationsmethode (Blend)
Teil 3 Alternativ angewandte Verfahren
3.1 Energiezufuhr durch Strahlungsenergie (LASER-Licht, IPL o.Ä.)
3.2 Energiezufuhr durch mechanische Bewegung (Ultraschall)
Einführende Bemerkungen
In der Kosmetik existieren seit längerer Zeit bereits Behandlungsmethoden, unerwünschten Haarwuchs zu bekämpfen. Neben den temporären Methoden, wie z.B. Haarentfernung mit Wachs (»Depilation«) oder der Rasur, die in der Regel nur für einen relativ kurzen Zeitraum den Haarwuchs einschränken, werden auch andere Methoden angewendet und beworben, die zum Ziel haben, den Haarwuchs dauerhaft (permanent) zu verhindern (Flächenmethoden mit Licht oder LASER). Dazu wird unter dem Begriff „dauerhaft“ in der Regel die medizinische Definition verwendet. Dort wird mit diesem Begriff oft ein Zeitraum von ca. 6 Monaten bezeichnet. Nicht gemeint ist eine Wirkung im Sinne von „weg für den Rest des Lebens“. Dafür existiert derzeit leider noch kein allgemein verständlicher Begriff.
Die einzige, derzeit bekannte, Methode, das Haarwachstum endgültig zu beenden ist die, alle Haarfollikel und die dazugehörenden Haarwachstumszellen so zu zerstören, dass das Haarwachstum gestoppt wird. Würde man das durch eine flächige Erwärmung versuchen, hätte das zur Folge, dass die komplette Haut irreparabel zerstört würde. Daher ist bei den Flächenmethoden eine Reduktion der eingetragenen Energie pro Fläche notwendig, so dass das um das Haar liegende Hautgewebe nach Möglichkeit nicht geschädigt wird.
Als Folge bleiben in der Regel genügend Haarwachstumszellen in Takt, so dass das Haar erneut wieder wachsen kann, also nicht „weg für den Rest des Lebens“. Gelegentlich wird sogar eine Zunahme des Haarwachstums beobachtet.
Es ist also notwendig, jedes Haar einzeln zu behandeln und eine genügend hohe Energie direkt an die Haarwurzel zu bringen, sodass nur die für das Haarwachstum verantwortlichen Zellen koaguliert werden und nicht das Gewebe darum herum.
Die wohl am längsten und erfolgreichsten praktizierte Methode, die das sicher gewährleistet ist die, mittels eines elektrischen Stromes jede Haarwurzel (Follikel) einzeln so zu beeinflussen, dass kein weiterer Haarwuchs mehr stattfindet. Dieses Verfahren ist bereits seit mehr als 130 Jahren im Einsatz, erprobt und wird mit »Elektro-Epilation« bezeichnet.
Ziel dieser Ausarbeitung ist es nicht, die genaue Arbeitsweise der Elektro-Epilation mit den dazugehörigen Randbedingungen beim Einsatz im Einzelnen zu erläutern. Vielmehr soll es hier um die grundlegenden Wirkungsweisen gehen, die der elektrische Strom in diesem Zusammenhang zeigt. Die verschiedenen Stromarten werden ebenfalls erläutert. Neben der Elektro-Epilation werden derzeit Zeit Verfahren zur Haarentfernung am Markt angeboten, wie z.B. LASER-Epilation und andere. Auf diese Verfahren wird im Teil 4 näher eingegangen.
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